Ablauf der Ausbildung

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Ausbildungswegen: Die sogenannte Fremdausbildung und die Selbstausbildung. Der erfolgreiche Abschluss der beiden Ausbildungsoptionen führt über eine schriftliche und praktische Prüfung. In beiden Fällen müssen die Art der Ausbildungsstätte und der Welpe zuvor sorgfältig ausgewählt werden. Hier erfahren Sie alles rund um den Ablauf der Ausbildung Ihres eigenen Assistenzhundes. 

Eine passende Ausbildungsstätte finden

Nicht jeder Hundetrainer kann automatisch auch einen Assistenzhund ausbilden. Es gibt eine zusätzliche Qualifizierung zum Assistenzhundetrainer, die als eine Art Spezialisierung im Bereich der Hundetrainer zu verstehen ist. Die Vielschichtigkeit dieser Ausbildung erfordert nicht nur Kenntnisse über Anatomie und Verhalten des Hundes, sondern auch pädagogische und kommunikatives Gespür für den Umgang mit Menschen mit einem Handicap. Eine gute Ausbildungsstätte erkennen Sie demnach vor allem an der staatlich zertifizierten Ausbildung des Trainers. Und natürlich an Ihrem Bauchgefühl: Damit der Hund ganz speziell auf Ihre Bedürfnisse trainiert werden kann, müssen Sie möglicherweise über einige emotionale Momente in Ihrem Leben sprechen – dabei ist Vertrauen die Basis für eine gute Zusammenarbeit.
Einige Assistenzhundetrainer haben sich in Verbänden zusammengeschlossen. Die Dachverbände Assistance Dogs Europe (ADEu) und Assistance Dogs International (ADI) haben weltweite Standards in der Ausbildung für Assistenzhunde festgelegt. Auf Wunsch lassen wir Ihnen gerne eine Liste der jeweiligen Ausbildungsstätten in Deutschland zukommen. Aber auch frei agierende Ausbildungsstätten könnten für Sie die richtige Wahl sein. So spielt beispielsweise die Entfernung zu Ihrem Wohnort eine tragende Rolle um Fahrtkosten und Zeitaufwand so gering wie möglich zu halten.

Auswahl eines geeigneten Welpen

In der Regel sucht die Ausbildungsstätte den Welpen aus, da je nach Einsatzgebiet auf bestimmte Kriterien zu achten ist. So muss beispielsweise ein Welpe, der ein Diabeteswarnhund werden soll, mit einer stark ausgeprägten Sensibilität geboren werden. Es ist nicht möglich, einem Hund diese Fähigkeit später noch anzutrainieren. Bereits Welpen mit knapp 3 Wochen zeigen diese Warnfähigkeit. Auch das Wesen des Welpen muss für den besonderen Beruf als Assistenzhund passen. Er sollte ausgeglichenen, lernwillig, freundlich und durchsetzungsstark sein. Ein unkontrollierbarer Jagdtrieb oder ein aggressives Verhalten machen die Ausbildung zum Assistenzhund unmöglich. Manchmal spielt auch die Rasse eine besondere Rolle.
Grundsätzlich kann jede Hunderasse zu einem Assistenzhund ausgebildet werden, doch eignen sich einige Rassen eher als andere. Der Hund muss physisch in der Lage sein, Unterstützung leisten zu können. Je nach Einsatzbereich des Hundes sind eine gute körperliche Belastbarkeit und eine mittlere Größe daher oft Voraussetzung.  Häufig gewählte Rassen sind Golden Retriever, Labrador, Collie, Australian Shepherds oder Pudel.
Wenn Sie selbst auf der Suche nach einem seriösen Züchter sind, achten Sie darauf, dass er Mitglied im Zuchtverein des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH). Auch hier spielt die Entfernung zu Ihrem Wohnort eine große Rolle, da Sie ihn vor dem Kauf des Welpen besuchen können sollten. Dort sollten Sie das Muttertier sehen dürfen und auch Einsicht in die Papiere des Hundes erhalten. Ratsam ist es auch, vorab Preise zu vergleichen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was ein angemessener Preis für einen Welpen ist.

Die Ausbildung zum Assistenzhund

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Ausbildungswegen: Die sogenannte Fremdausbildung und die Selbstausbildung. Der erfolgreiche Abschluss der beider Ausbildungsoptionen führt über eine schriftliche und praktische Prüfung.

Selbstausbildung – Aktive Teilnahme am Assistenzhundetraining

Die Selbstausbildung eignet sich für Menschen mit Handicap, die fit genug sind, nicht nur einen Welpen zu erziehen, sondern auch den Hund mit liebevoller Konsequenz tagtäglich beim Assistenzhundetraining zu begleiten. Vor der Anschaffung eines Welpen sollten Sie unbedingt Kontakt mit Ihrer gewünschten Ausbildungsstätte aufnehmen. Bei der Selbstausbildung eines Welpen spricht man von ca. 2 Jahren Ausbildungszeit, da im Welpenalter vor allem die Sozialisierung im Vordergrund steht – ganz, wie bei einem „normalen“ Hund auch.
Möglich ist es in manchen Fällen auch, seinen bereits vorhandenen Hund zum Assistenzhund ausbilden zu lassen. Auch hierbei berät Sie Ihr Assistenzhundetrainer. Die Ausbildungszeit kann sich in diesem Fall auf ca. 10 Monate verkürzen. Diese Form der Ausbildung ist mit geringeren Kosten, dafür aber mit einem höheren Zeitaufwand für den Hundehalter bzw. die Person mit Handicap verbunden.

Fremdausbildung – Sie erhalten einen fertig ausgebildeten Assistenzhund

Wie der Name schon sagt, absolviert der angehende Assistenzhund seine Ausbildung bei der Fremdausbildung nicht bei Ihnen, sondern beim Trainer selbst. Sie lernen den Hund trotzdem vorab schon kennen, damit Ihre speziellen Bedürfnisse bei der Ausbildung berücksichtigt werden können. Die Phase der Sozialisierung wird oft von Patenfamilien übernommen, bei denen der Welpe seine ersten 12 Lebensmonate verbringt. Bereits in diesem jungen Alter wird der Hund spielerisch an seine neuen Aufgaben herangeführt und vom Trainer betreut. Erst danach beginnt, wie bei der Selbstausbildung auch, die ca. einjährige intensive Phase der Ausbildung zum Assistenzhund. Diese Form der Ausbildung ist mit höheren Kosten, dafür aber mit einem geringeren Zeitaufwand für den Hundehalter bzw. die Person mit Handicap verbunden.

Bei beiden Ausbildungsformen werden Sie und der Hund auch nach der Ausbildung noch von Ihrem Trainer betreut und auf Wunsch immer wieder nachgeschult. So haben Sie ein Leben lang einen verlässlichen Partner an Ihrer Seite – auf vier und zwei Beinen.