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Zweites AfA Training

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Das zweite Training bei der Akademie für Assistenzhunde in Eckernförde war mit viel weniger Bauchkribbeln und Komplikationen verbunden. Lia hatte sich toll entwickelt und ich war voller Vorfreude, der Trainerin das auch zu beweisen. Zuerst haben wir die Basics aus dem ersten Training gefestigt: Laufen neben einem Einkaufswagen, vorbei an vollen Regalen in engen Gängen, Ablegen neben einer Rolltreppe, Drehtür, Rampe, Wochenmarkt – all die aufregenden Dinge, die eine große Ablenkung bedeuten. Lia war unbeeindruckt und konzentriert wie immer.

Jetzt sollte es aber darum gehen, das Erlernte noch zu perfektionieren: Wenn der Hund ins „Sitz“ geht, sollte er dabei nicht frontal vor einem stehen, sondern sehr eng neben dem rechten oder linken Bein sitzen. Die richtige Haltung des Leckerlies spielt dabei eine entscheidende Rolle. Meistens ist es eher der Mensch, der sich da ein bisschen schwertut: So war es auch in meinem Fall. Nach drei, vier Wiederholungen hatte ich den Dreh aber raus und Lia saß – als hätte sie nie was anderes gemacht – neben meinem linken Bein. Sehr gut.

Ein weiterer Punkt, der noch verfeinert wurde, war das Rufen des Hundes. Wenn Lia an der Leine lief und man ihr anmerkte, dass sie gerade Flausen im Kopf hat, sagte ich immer ihren Namen, damit sie mich ansah und sich wieder konzentrierte. Allerdings führte das dazu, dass ich manchmal 5, 6 Mal in wenigen Minuten ihren Namen sagte. Die Trainerin gab mir den Tipp, eher mit einem Geräusch zu arbeiten. Sie schnalzte dabei mit ihrer Zunge, ähnlich wie Kutschfahrer es bei ihren Pferden machen. Darauf reagierte Lia sofort. Bei meinem kläglichen Versuch dieses Geräusch nachzumachen, klang es eher wie eine mit Wasser gefüllte Flöte. Dabei war es auch noch so leise, dass Lia verächtlich die Augenbraue hob und mit ihren Flusen im Kopf weiter nachhing. Na toll.

Meine Hausaufgabe war es nun also dieses Geräusch zu üben. Zunge schnalzen. Kutschfahrerpraktikum. Klingt nicht so schwer? Für mich war das die bisher größte Herausforderung! Mir schien es einer genetischen Mutation zu gleichen, dass einige Menschen dieses Geräusch mit so einer Leichtigkeit machen konnten. Mehr als Blubberblasen und Spucke tat sich bei mir nicht.

Lia wiederrum hatte eine andere Hausaufgabe mitbekommen: Sie zeigte ein sehr großes Interesse an anderen Hunden und wollte unbedingt zu ihnen hin. Immer. Das mussten wir unterbinden – aber ohne ihren Namen die ganze Zeit zu sagen. Womit wir wieder bei dem Geräusch wären. Wir hatten jetzt also 4 Wochen Zeit durch Hundeparks zu laufen und der Kleinen verständlich zu machen, dass es eine Zeit fürs Spielen und eine Zeit fürs Arbeiten gab.

 

Ich rief sofort meine Oma an, in der Hoffnung, dass sie sich noch daran erinnerte, wie sie mir diesen Unterschied beigebracht hat…

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