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Zwischen Kaufrausch und göttlichem Hausverbot

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Eine wichtige Aufgabe eines Assistenzhundes ist es, seinen Menschen überall dahin zu begleiten, wo es ihn auch immer hinführen mag. So kommen Hund und Mensch mit den verschiedensten Begebenheiten, Transportmitteln und Menschenansammlungen in Berührung. Wichtig für beide – immer schön ruhig bleiben und die Aufgabe meistern.

Um unsere kleine Dame Lia auch an diese Herausforderungen heranzuführen, nutzten wir einen beruflichen Trip nach Frankfurt, die Bankenhauptstadt Europas. Während Svenja mit Charme und Fachwissen Ihre Zuhörer bei einem Seminar für tiermedizinische Fachangestellte begeisterte, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt der 700000 Einwohner Metropole. Das Wetter war gut und unser Weg führte uns am Main entlang.

Was von der Brücke aus sehr schön aussah, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als ein Fußgänger- und Radweg an dessen Verlauf sich einige Probleme ergaben. Die Zielsicherheit der Benutzer dieses Weges offenbarten bei der Übergabe von Müll in die dafür reichlich zur Verfügung stehenden Behältnisse einige Schwächen. Überall lagen Müll und die Reste aller bekannten Fast Food Ketten. Hinzu kamen die Hinterlassenschaften von Lias Artgenossen, die fein säuberlich den geteerten Weg säumten. Während ich mich noch fragte ob die Nutzung von Kotbeuteln in Frankfurt verboten war, kam Lias Nase auf Hochtouren. Das Wort „Tabu“ war auf den ersten 300 Metern das am meisten verwendete Wort unseres Ausflugs.

Dann aber hatte sie für sich klar, dass sich das Anpirschen an Burgerreste und die geruchsintensiven Vermächtnisse Ihrer Fellgenossen nicht lohnte. Sie lief neugierig aber konzentriert an der Leine. Respekt.

Die Konzentration ließ dann etwas nach, als sie das erste Mal in ihrem Leben Gänse erblickte. Diese hatten sich in großer Zahl das Ufer des Mains zu Eigen gemacht und waren auch bereit ihren Grasstreifen zu bewachen. Lias Neugier hatte dann auch zweimal ein gänsisches Fauchen zur Folge. Nachdem wir über die Hoheit der Gänse belehrt wurden, bogen wir am Mainkai in die gut besuchten Einkaufsstraßen ab. Wie zu erwarten war, gab es hier viele Menschen mit und ohne Einkaufstüten, die um uns herum unterwegs waren. Lias Reaktion darauf war erfreulicherweise nur ein ruhiges Beobachten. Sie trottete an der Leine neben mir her und war entspannt.

Um ihre guten Erfahrungen mit Gotteshäusern auszubauen, zog es uns in den Kaiserdom. Da uns aber ein Schild in drei Sprachen darüber aufklärte, dass Hunde nicht die bevorzugten Gäste im Dom sind, zog es uns weiter zum Römer. Dem historischen Rathaus mit dem großen Vorplatz. Die Menschenmengen nahmen deutlich zu. Lia störte es nicht. Sie nahm die Menschen genauso gelassen hin wie die verschiedenen Straßenmusiker, an denen wir vorbeikamen. Da Lia sich keine Erschöpfung anmerken ließ, bestiegen wir noch eine Straßenbahn und einen Sightseeing Bus. Für die kleine Lady kein Problem. Nach dem Aussteigen kam nur der typische „Was machen wir jetzt – Blick“.

Auf dem Rückweg kamen uns Eintracht Fans mit Vorfreude aufs Pokalfinale und viele Reisegruppen entgegen. Lia blieb entspannt und war mit ihrer AFA - Kenndecke ein viel fotografiertes Model. Zum Abschluss unseres Ausflugs zog es uns noch in ein Straßencafe. Sie nutzte die Pause bis zur Rückfahrt für ein kleines Schläfchen und ich beobachtete die kleine Powerlady mit gewachsenem Respekt.

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